Eine außergewöhnliche Ehrung für einen außergewöhnlichen Menschen

Dem langjährigen Kreisveterinär des Rheinisch-Bergischen Kreises, Dr. Günter Schlieker, wurde im Spiegelsaal des Bergischen Löwen eine ganz besondere Ehrung zuteil: für seine 80-jährige Mitgliedschaft in der hiesigen Jägerschaft und sein außerordentliches Engagement für Jagd und Naturschutz wurde ihm die Ehrenurkunde mitsamt Ehrennadel für die 80jährige Mitgliedschaft verliehen.

 

Bei dieser Sonderanfertigung handelt es sich um echtes Unikat, denn auf eine derartig lange Mitgliedschaft „hat bisher in ganz NRW wohl noch niemand zurückblicken können“ wie Hegeringleiter Manfred Reul betont.

 

Im Rahmen des Festaktes richteten die Erste Stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Bergisch Gladbach, Frau Anna Maria Scheerer, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft des Rheinisch Bergischen Kreises, Herr Manfred Heindl, und der Kreisveterinär, Herr Dr. Thomas Mönig, Grußworte an den Jubilar

image003 (1)

Eine besondere Überraschung wurde dem Jubilar zu teil. Da Dr. Schlieker bereits im Besitz von allen Ehrennadeln des LJV ist, nahm zu seinen Ehren die Präsidentin des Landesjagdverbandes Nicole Heitzig an der Veranstaltung teil. Sie überreichte Herrn Dr. Schlieker die Treuenadel für 80 Jahre Mitgliedschaft im Landesjagdverband sowie die dazu gehörige Urkunde. In ihrer Ansprache richtete sie sehr persönliche Worte an Dr. Günther Schlieker und hob seine vielen Verdienste um die Jagd und in der Hubertusforschung hervor.

 

Anschließend verliehen Hegering, Kreisjägerschaft und Landesjagdverband Herrn Dr. Schlieker noch eine Ehrenurkunde und einen bronzenen Keiler in Würdigung seiner besonderen Verdienste.

 

Das Bläsercorps Bergisch Gladbach – Odenthal unter der Leitung von Martin Winkel verlieh der Veranstaltung einen festlichen und würdigen Rahmen. Bei der Auswahl der Musikstücke wurde dabei immer wieder auf das Leben und Wirken des Ehrengastes Bezug genommen.

 

Alle Redner stellten das jahrzehntelange besondere Wirken von Dr. Schlieker heraus. Als Leiter des Veterinäramtes des Rheinisch Bergischen Kreises wurde Dr. Schlieker in der 1970er Jahren landesweit durch seine Verdienste bei der Tollwutbekämpfung bekannt. Die Tollwut, den meisten Jägern heute nur noch vom Hörensagen bekannt, war seinerzeit eine verbreitete Geißel von Mensch und Tier, die in aller Regel zu einem qualvollen Tod führt. Für sein Wirken, diese Krankheit zu besiegen, wurde Dr. Schlieker 1978 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.


Als Kreisveterinär schaffte es der leidenschaftliche Jäger immer wieder, gelegentliche Gegensätze zwischen dem gesetzlichen Auftrag seines Amtes und den Anliegen der Jägerschaft Brücken zu schlagen und ebenso praktikable wie einvernehmliche Lösungen zwischen allen Beteiligten zu finden.

 

Dr. Schliekers Herzblut lag jedoch in der wissenschaftlichen Erforschung der Verehrung des Hl. Hubertus. Hierzu war er europaweit unterwegs und trug einen enormen Wissensschatz zusammen, den er in diversen Ausstellungen - u.a. im Deutschen Jagdmuseum in München – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte.

 

Seine Forschungen krönte er vor 3 Jahren mit der Herausgabe des Buches „Die Verehrung des Hl. Hubertus im Wandel der Jahrhunderte mit 700 Seiten und 4000 Bildern, das als das Standardwerk in der Hubertusforschung anzusehen ist.

 

Dr. Schlieker wäre jedoch nicht Dr. Schlieker, wenn er sich auf einmal erworbene Lorbeeren ausruhen würde. So erschien erst vor wenigen Jahren seine Broschüre „Die Jagd in Nordrhein-Westfalen nach dem 2. Weltkrieg“. Als Zeitzeuge der offiziell waffenlosen Jahre trug Schlieker über diese nicht nur jagdlich schwierige Zeit des Umbruchs und des Neuanfangs in unendlicher Fleißarbeit in gleichem Maße Fakten wie Anekdoten zusammen, die das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen machen. Autobiografische Züge sind dabei sicher nicht zu leugnen. Karikaturen von Heinz Geilfus runden das Werk humoristisch ab.

 

Trotz seines Alters steht Dr. Schlieker noch mitten im Leben. Er nimmt noch immer aktiv an Treibjagden und gerne auch an den Fuchsansitzen des Hegeringes teil. Auch aktuelle Themen zu Jagd und Jägern finden sein Interesse, was ihn zu einem kompetenten Diskussionspartner macht. Erst vor wenigen Wochen konnte er im Revier eines Freundes erneut eine Sau erlegen.

 

Der mittlerweile 98-jährige Jubilar ließ es sich dann auch nicht nehmen, mit seinem ihm eigenen Humor einige besondere Episoden aus seinem Leben zum Besten zu geben. Und auch beim anschließenden Abendessen unterhielt er die Gäste prächtig und widmete der Präsidentin noch eines seiner Bücher.

 

Der Hegering Bergisch Gladbach und die Kreisjägerschaft des Rheinisch Bergischen Kreises e.V. wünschen Herrn Dr. Günter Schlieker noch viele gesunde und aktive Jahre im Kreise seiner Familie und seiner Jagdfreunde und natürlich viel Waidmannsheil.