Fördermittel für Ansitzeinrichtungen durch das Land NRW

Bereits Mitte des Jahres berichtete der RWJ über eine neue Förderrichtlinie des Umweltministeriums NRW, welche erstmals auch Fördermittel für Ansitzeinrichtungen auf geförderten Aufforstungsflächen vorsieht.

 

In Anbetracht der kommenden Pflanzperiode und der Notwendigkeit einer entsprechenden Bejagung auf Aufforstungsflächen, haben wir nachfolgende Informationen rund um die Fördermöglichkeiten von Ansitzeinrichtungen in eigener Recherche und nach Informationen durch "Wald und Holz NRW" zusammengetragen.

 

  • Welche Flächen sind förderfähig?

Voraussetzung für eine Förderung von Ansitzeinrichtungen ist, dass die eigentliche Aufforstung ebenfalls mit Mitteln aus der gleichen Förderrichtlinie (FöRi Extremwetterfolgen) durch das Land NRW unterstützt wurde. Aufforstungsflächen, welche rein aus eigenen finanziellen Mitteln oder unter Inanspruchnahme einer anderen Förderrichtlinie aufgeforstet wurden/werden, kommen für eine Förderung von Ansitzeinrichtungen nicht in Frage.

 

  • Wer ist Antragsteller?

Der Antrag muss vom jeweiligen Eigentümer gestellt werden. D. h. der Jagdausübungsberechtigte muss sich mit dem Eigentümer (Waldbesitzer) hinsichtlich einer Antragstellung abstimmen.

 

  • Wie hoch ist die Förderung und was muss ich hinsichtlich der Ansitzeinrichtungen beachten?

Je Ansitzeinrichtung werden 150,0 € gefördert (Festbetrag). Es ist höchstens eine Ansitzeinrichtung je angefangenem Hektar förderfähig (ab 1,1 ha = 2 Ansitzeinrichtungen). Die Ansitzeinrichtung muss über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren an derselben Kulturfläche verbleiben und erhalten werden, kann jedoch den jagdlichen Anforderungen an der Kulturfläche entsprechend versetzt werden. Von der Förderung ausgenommen sind Bodensitze.

 

  • Muss ich Fotos von der Einrichtung machen und/oder eine Karte erstellen?

Die Position der Ansitzeinrichtung ist der Bewilligungsbehörde nach Errichtung unter Beifügung eines Lageplanes im Maßstab von 1:5 000 oder 1:10 000 oder in einem Koordinatensystem nach Längen- und Breitengrad bekannt zu machen. Nach Rücksprache mit Wald und Holz kann es genügen, eine Google Maps Karte mit Kennzeichnung der Standorte und des Wegenetzes einzureichen. Fotos müssen nicht eingereicht werden.

 

  • Müssen Rechnungen eingereicht werden?

Eine Rechnung muss nicht zwingend eingereicht werden. Als Nachweis über den Kauf oder den Bezug von Ansitzeinrichtungen genügt auch ein Lieferschein, aus dem Art und Umfang hervorgeht.

 

  • Können die Einrichtungen auch selber gebaut werden?

Antragsteller ist der Grundstücks-/Waldeigentümer, daher kann es auch genügen, dass der Jagdausübungsberechtigten die Einrichtungen selber herstellt und gegenüber dem Antragsteller einen Lieferschein über die Herstellung und Auslieferung der Einrichtungen ausstellt. Die Einrichtungen müssen insofern nicht zwingend über einen Händler bezogen werden.

 

  • Werden auch Bestandshochsitze gefördert?

Nein, nach Auskunft von "Wald und Holz" muss die Aufforstung(sfläche) in einem ersten Schritt gefördert worden sein. Anschließend kann ein Antrag auf Förderung von Ansitzeinrichtungen gestellt werden. Das Land möchte mit den Fördermitteln finanzielle Unterstützung für diejenigen leisten, denen die finanziellen Mittel fehlen um Ansitzeinrichtungen zu beziehen und aufzustellen. Insofern sind Ansitzeinrichtungen, welche schon vor der eigentlichen Aufforstungsmaßnahme bestanden oder vor dem Fördermittelantrag gekauft/gebaut und aufgestellt wurden nicht förderfähig.

 

  • Gibt es Vor-Ort Kontrollen?

Ja, das ist denkbar. Eine Kontrolle, ob und wo die Ansitzeinrichtungen stehen, kann durch den zuständigen Förster vor Ort erfolgen. Daher wird eine möglichst detaillgenaue Karte der Standorte benötigt (siehe oben).

 

  • Welches Formular muss zur Antragsstellung verwendet werden?

Das entsprechende Antragsformular finden Sie auf der Homepage von "Wald und Holz". In der Fassung vom 17.09.2021 besteht noch keine Möglichkeit die Förderung von Ansitzeinrichtungen auszuwählen. Diesbezüglich steht unter Punkt 2.1 jedoch ein Freifeld zur Verfügung, welches dafür theoretisch genutzt werden könnte.

Die Anlage zur Beschreibung der Maßnahme wird vom Förster ausgefüllt.

 

  • Wichtige Links:

Hier finden Sie die Richtlinie des Landes (Pkt. 2.4.10 und 6.9)

Informationen von Wald und Holz NRW sowie die Antragsformulare finden Sie hier

 

 

Wir weisen darauf hin, dass sämtliche Informationen auf Basis eigener Recherchen und Informationen durch "Wald und Holz NRW" zusammengetragen wurden und sich auf den Stand vom 13.10.2021 beziehen. Für den Fall möglicher Änderungen oder abweichender Vorgehen übernehmen wir keine Gewähr.