Gelbbauchunken-Projekt
Gelbbauchunken sind kleine 3-5 cm große Amphibien, die eigentlich erst auffallen wenn man die Bauchfärbung betrachtet. Die oberseits unscheinbar braun gefärbten Unken zeigen auf der Unterseite grelle Gelbtöne im individuellen Muster.
Die Gelbbauchunke (wissenschaftlich 'Bombina variegata') ist im Rheinland vom Aussterben bedroht. Auch europaweit gilt sie als stark gefährdet und ist dementsprechend in der Fauna-Flora-Habitat (kurz FFH-)-Richtlinie aufgeführt. Aufgrund dieser Gefährdung sind die beiden wichtigen Vorkommen im Rheinisch-Bergischen Kreis als FFH-Gebiet vorgeschlagen worden, was langfristig eine Einstufung in überregional bedeutende Naturschutzgebiete bedeutet.
Gelbbauchunken benötigen zur Vermehrung kleine vegetationsfreie und vor allen Dingen unbeschattete Gewässer. Früher waren dies u.a. Wagenspuren, Viehtränken oder sumpfige Flächen der Bach- und Flußauen, heute müssen solche Lebensräume u.a. wegen des hohen Nährstoffeintrags künstlich erhalten werden. Ansonsten werden die kleinen Gewässer rasch durch aufwachsende Bäume und Büsche beschattet, wachsen zu und verlanden schließlich. Die Gelbbauchunken bleiben dann zwar noch einige Jahre am Standort, können sich aber nicht mehr erfolgreich vermehren. Erst wenn erneut sonnenexponierte Kleingewässer geschaffen werden können die Tiere sich auch wieder fortpflanzen.
Um den Erhalt der beiden wichtigen Vorkommen im Rheinisch-Bergischen Kreis zu sichern müssen regelmäßig aufwändige Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Schon im vergangenen Jahr konnten die Teilnehmer des Vorbereitungslehrgang auf die Jägerprüfung unter fachkundiger Aufsicht in einem der beiden Gebiete durch Freischneiden und Fällarbeiten für die Erhaltung der Unken einen wichtigen Beitrag leisten. Eine darauf erfolgte Zählung im Sommer erbrachte immerhin über 20 vorhandene Unken, was für diese Art eine wichtige Populationsgröße darstellt.
In diesem Jahr werden die Teilnehmer des neuen Jägerkurses nicht nur Freischneiden sondern auch weitere Kleingewässer anlegen.
Wenn das mit dem gleichen Engagement wie im vergangenen Jahr geschieht ist der Erfolg für die Unken sicher. Die zukünftigen Jäger lernen dabei übrigens so ganz nebenbei was Pflegemaßnahmen in der heutigen Kulturlandschaft für den Natur- und Artenschutz bedeuten.

