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Samstag, 31. Juli 2010

Idealismus der Jäger gefragt

Ortstermin in beklemmender Atmosphäre: Kreisveterinär Thomas Mönig (M.) und der zuständige Bereichsleiter Ferdinand Schönenborn (l.) erläutern Vertretern der Jägerschaft und Kölns Umweltdezernentin Marlis Bredenhorst die Funktion der Sammelstelle. (Foto: Daub)

(BLZ vom 28.03.2009) UNTERESCHBACH. Blutige Szenen werden sich bald in Overath-Untereschbach abspielen – doch es geht alles mit rechten Dingen zu: Gestern ist die erste der beiden Sammelstellen für Schwarzwild im Rheinisch-Bergischen in Betrieb gegangen. Die zweite kommt nach Burscheid.

Die Sammelstellen sind aufgrund des Ausbruchs der Schweinepest eingerichtet worden. In den großen Edelstahlcontainer in der Untereschbacher Schulstraße sollen künftig die rheinischen-bergischen Jäger jedes von ihnen erlegte Wildschwein bringen. Dort wird das Tier mit dem Kopf nach oben an einen der rund zehn großen Stahlhaken gehängt, damit es optimal ausbluten kann, wie Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig erklärte. Das Blut wird in einer Wanne aufgefangen. Der Jäger muss sodann in einem Tagebuch sämtliche relevanten Daten vermerken und Proben in Form von Blut sowie eines Stücks von Milz oder Niere des Schweins hinterlegen, die auf Schweinepestviren und Trichinen untersucht werden.

Erst bei definitiv negativen Befunden kann der Jäger das Tier wieder abholen und weiter verwerten. „Da ist seitens der Jägerschaft viel Idealismus gefragt, wenn man bedenkt, dass für ein einziges Wildschwein bis zu 80 Kilometer Fahrt in Kauf genommen werden müssen“, so Mönig.

Der Kreis arbeitet in Sachen Sammelstellen mit der Stadt Köln zusammen. „Wir haben im Rechtsrheinischen, gerade im Königsforst und in Brück, viele Wälder“, sagte der stellvertretende Leiter des Kölner Veterinäramtes Dr. Egbert Lechtenböhmer, „ dort wurden überall Köder ausgelegt.“

In Rhein-Berg sind die letzten Köder laut Mönig vor rund vier Wochen verteilt worden. Bei einem der Wildschweine, die seitdem auf die Seuche getestet wurden, wurde ein Virus entdeckt: „Das Schwein trägt vermutlich den Impfvirus in sich, zeitlich passt das genau zusammen“, so Thomas Mönig. Es sei aber theoretisch auch möglich, dass bei dem Tier doch ein Feldvirus und demzufolge die Erkrankung an Schweinepest vorliege.

28.03.2009