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Samstag, 31. Juli 2010

Erneuter Zwischenstand Schweinepest im Rheinisch-Bergischen Kreis

(Rheinisch-Bergischer Kreis/Pressestelle)Wie bereits berichtet, wurde bei der Untersuchung eines Wildschweins, das in Rösrath krank aufgefunden wurde, der Erreger der Schweinepest festgestellt.

Heute können wir einen weiteren Zwischenstand mitteilen:
Tierärzte des Veterinäramtes haben inzwischen alle 27 Haltungen von Hausschweinen, die im gefährdeten Bezirk liegen, amtlich untersucht. Von allen Tieren wurden Blutproben entnommen und diese an das Staatliche Veterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamt nach Krefeld geschickt. Die letzten am Donnerstag letzte Woche. Bei rund ? der Proben liegen die Ergebnisse bereits vor: alle Proben waren negativ, das heißt, es haben sich keinerlei Hinweise auf eine Infektion mit dem Schweinepesterreger ergeben. Die restlichen Probenergebnisse werden bis Mitte dieser Woche erwartet. Die festgestellten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Schweinepest offenbar nicht den Weg in die Hausschweinpopulation gefunden hat, was es auch weiterhin, durch die strikte Einhaltung von Hygiene- und Kontrollmaßnahmen zu verhindern gilt. In diesem Zusammenhang bittet das Veterinäramt nochmals alle Halter von Hausschweinen, die ihre Haltung bisher nicht dem Veterinäramt angezeigt haben, dies umgehend unter der Telefonnr. 02202/13-2815 nachzuholen.
Auch bei 28 Wildschweinproben aus dem betreffenden Gebiet, liegen bis jetzt bereits 21 negative Ergebnisse vor. "Wir rechnen jedoch täglich damit, dass weitere Wildschweine, die mit Schweinepestviren infiziert sind, gefunden werden", so Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig, "denn alles andere wäre nach den Erfahrungen, die in anderen Regionen gemacht wurden, eher unwahrscheinlich." Umso wichtiger ist daher die konsequente Beachtung der im eng begrenzten sogenannten "Gefährdeten Bezirk" weiterhin für Schweinehalter und die Jägerschaft geltenden klaren Regelungen zur Tierseuchenbekämpfung.
Für die Bevölkerung ergeben sich jedoch nach wie vor keine Einschränkungen. Auch das aus heimischen Wäldern stammende Fleisch von Wildschweinen kann bedenkenlos verzehrt werden.
In einer kurzfristig anberaumten Informationsveranstaltung im Bergisch Gladbacher Kreishaus, hatte das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) die umliegenden Veterinärämter, die nun in einem Überwachungsgebiet liegen, über den Sachstand im Rheinisch-Bergischen Kreis und anstehende Maßnahmen informiert. In diesem Überwachungsgebiet welches auch die Teile des Rheinisch-Bergischen Kreises, die nicht zum gefährdeten Bezirk gehören, den Oberbergischen Kreis, den Rhein-Sieg-Kreis und die Städte Köln, Bonn und Leverkusen erfasst gelten nicht die strikten Regelungen wie dies im gefährdeten Bezirk der Fall ist, jedoch müssen jetzt auch hier alle Wildschweine beprobt werden. Die Vorbereitungen hierzu laufen in den übrigen beteiligten Veterinärämtern derzeit auf Hochtouren. In diesem Zusammenhang sicherte der Landesjagdverband als Vertretung der Jäger in NRW seine volle Unterstützung bei der Bekämpfung der Tierseuche zu. Jetzt wird eine umfassende Impfkampagne für Wildschweine vorbereitet, mit der Ende Februar begonnen werden kann. Damit sollen die Wildschweine gegen die Schweinepest immunisiert werden.
Zur Ursache des Auftretens der Schweinepest im Rheinisch-Bergischen Kreis, konnten die Wissenschaftler des Friedrich-Löffler-Institutes, Bundesinstitutes für Tierseuchenbekämpfung in Riems, noch keine abschließenden Angaben machen. Das identifizierte Virus weise sowohl verwandtschaftliche Beziehungen zu dem im Kreis Euskirchen aufgetretenen Virustyp auf, als auch zu dem damit nicht verwandten Virustyp, das in Rheinland-Pfalz aufgetreten ist. Dennoch handelt es sich offenbar um einen neuen Virenstamm. So ist weiterhin die Möglichkeit gegeben, dass das Virus eine neue Unterart bisher bereits aufgetretener Virentypen sein kann, aber auch aus dem Ausland den Weg hierher gefunden hat. Verbindliche Aussagen lassen sich hierüber derzeit noch nicht treffen, dazu sind noch weitergehende wissenschaftliche Untersuchungen nötig. Für die aktive Tierseuchenbekämpfung vor Ort, ist dies auch nicht von maßgeblicher Bedeutung. Die Typbestimmung des Virus ist vielmehr wichtig für die generelle Vorbereitung auf und Bekämpfung von Tierseuchen allgemein.

21.01.2009