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Montag, 06. September 2010

Ein Mettbrötchen löst Schweinepest aus

(KStA vom 10.01.09) Ein Wildschwein im Rheinisch-Bergischen Kreis ist infiziert – 2000 Tiere in Betrieben müssen nun untersucht werden.

Bergisch Gladbach - Eine achtlos weggeworfene Wurstscheibe oder Reste eines Mett-Brötchens können dafür gesorgt haben, dass im Rheinisch- Bergischen Kreis die Schweinepest ausgebrochen ist. Diese Tierseuche, die zuletzt im Raum Ahrweiler und im Kreis Euskirchen bekämpft werden musste, kann über infizierte Fleischreste übertragen werden. Sie galt als nahezu ausgerottet in Deutschland. Umso überraschter sind jetzt die Behörden, zumal es sich um einen bisher in hiesigen Breiten nicht bekannten Virustyp handelt.

Ein Wildschwein-Frischling, der sich sehr auffällig verhalten hatte, war kurz nach Weihnachten in Rösrath von einem Jagdaufseher erlegt worden. Der Mann informierte das Kreisveterinäramt in Bergisch Gladbach. Der Kadaver wurde zunächst in Krefeld untersucht und dann – nach einem auffälligen Befund – zum Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems (Ostsee) gebracht, das sich auf Tierseuchen spezialisiert hat. Am Donnerstag gab es Klarheit: Schweinepest. Sofort steckte das Veterinäramt einen „gefährdeten Bezirk“ ab, für den jetzt drastische Schutzmaßnahmen gelten.

Neben dem südlichen Teil von Rhein-Berg sind auch rechtsrheinische Teile der Stadt Köln und Teile des Rhein-Sieg-Kreises betroffen. In diesem Gebiet werden Wildschweine verstärkt bejagt und Impfköder ausgelegt. Menschen können sich mit der Erkrankung nicht infizieren. Stark gefährdet sind aber die Hausschwein-Bestände in der Region. Etwa 2000 Tiere in rund 20 Betrieben müssen untersucht werden. Ohne den Nachweis, dass sie nicht erkrankt sind, dürfen sie den Hof nicht verlassen.

10.01.2009